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Die regionale Ausrichtung von Adwords Kampagnen. Google traut der Korrektheit der eigenen Regionaldaten bei Adwords Anzeigen selbst nur bedingt – wie man die regionale Steuerung trotzdem zu 100% erreichen kann …

Regional Targeting bei Google Adwords

Google Adwords bietet die Möglichkeit, Kampagnen regional auszurichten (Regional Targeting). Ziel ist es, nur den Google Nutzern eine bestimmte Anzeige zu präsentieren, die in einer bestimmten Region wohnen. Funktioniert das?

Vor einiger Zeit war die Regionalisierung im Bereich Suche – und damit auch im Suchmaschinenmarketing – noch ein wichtiges Thema. Jetzt geht man scheinbar davon aus, dass die Probleme längst gelöst sind und die Sache zu 100% funktioniert.
Jedenfalls gibt es nicht viel Neues und ein alter Artikel von 2002 zu IP-Adressen und Ortsinformationen scheint noch immer als Referenz zu dienen.

Wenn zwei dasselbe suchen – finden sie noch lange nicht dieselben Anzeigen bei Google. Wer in Hamburg ins Internet geht und dort bei Google nach “Hotel” sucht, sieht völlig andere Adwords-Anzeigen, als sein Freund, der in München im selben Google dasselbe Wort sucht. Grund dafür ist das Regional Targeting.

Man kann das ganz einfach mit dem Tool für die Anzeigenvorschau nachvollziehen. Suchwort oben eingeben, Einstellungen rechts vornehmen und dann auf Anzeigenvorschau klicken.

Natürlich kann Google (noch) nicht wirklich den Wohnort eines Nutzers ermitteln. Es geht also um die Lokalisierung des Computers (o. Handy, PDA usw.), mit dem sich der Nutzer ins Internet einwählt. Ein Hamburger, der in einem Münchner Internet-Cafe surft, ist für Google natürlich ein Münchner.

Die wesentlichen Informationen entnimmt Google dabei offensichtlich der IP-Adresse (angeblich wird noch allerlei mehr ausgewertet). Wer im Internet ist, hat automatisch eine IP. Je nach dem, wie der Nutzer surft (ISDN, Modem, DSL, Firmen-LANs) dürfte die Genauigkeit der Lokalisierung stark schwanken. Die genausten Daten haben die ISPs, denn diese vergeben die dynamischen IPs nach eigenem Ermessen.

Ich vermute, dass Firmen wie T-Online, Arcor, 1&1 usw. die IPs aus ihrem verfügbaren IP-Range ihren Kunden nach regionalen Kriterien zuweisen. Wenn Google diese Daten bekommt, ist für die meisten Surfer eine korrekte Zuordnung möglich.

Allerdings passieren auch immer wieder falsche Zuordnungen. Ein Kunde aus Berlin konnte seine regionale Werbung nie sehen – er bekam immer die Anzeigen aus Hamburg gezeigt. Ein anderer Kunde sah nie eine eigene Anzeige bei seinen Suchen in Google, obwohl er es von verschiedenen Filialen aus versuchte. Und die Kampagnen waren nicht einmal regional ausgerichtet!

Nach langer Fehlersuche, stellte sich heraus, dass das Firmennetzwerk (Weltmarktführer Blutdruckmessgeräte u.a.) über einen Knoten in Amsterdam ins Internet ging – dort schaltet Google natürlich keine Kampagnen für Deutschland!
An diesem Beispiel sieht man auch, dass letztlich jede Kampagne im weiteren Sinne regional ausgerichtet ist. Google bezeichnet diese Ausrichtung auf Länder nicht als regional.

Wie gut funktioniert nun diese regionale Ausrichtung? Wie meistens in diesen Fällen ist das ein Google-Betriebsgeheimnis. Kunden haben mir schon gesagt: “Analytics teilt mir mit, dass 99% der IPs regional aufgelöst werden können.” Das mag sein. Aber werden sie richtig aufgelöst? Was dort als richtige Auflösung angegeben wird, sagt nur, dass eine IP regional zuordenbar war. Ob richtig zugeordnet wurde, kann man nicht daraus erschließen.

Die IP des Berliner Surfers im obigen Beispiel war auflösbar und wäre bei den 99% gelandet – aber es war falsch aufgelöst. Da die Referenz fehlt (von wo surft der Surfer wirklich) ist eine Aussage zur Korrektheit nicht möglich.

Um sie zu ermitteln, müsste man ein größeres Experiment machen: 1000 Surfer aus dem ganzen Land suchen nach “Hotel”. Jeder gibt wahrheitsgemäß an, ob er zutreffende regionale Werbung eingeblendet bekommt. Dann hat man einen guten Überblick über die Korrektheit zum untersuchten Zeitpunkt. Parallel kann man dann schauen, ob Yahoo Local und Yahoo Local Deutschland einen der selben Region zuordnen.

Ansonsten gibt es die verschiedensten Werte. Nach diversen Diskussionen in Foren, mit Google und mit einem IP-Spezialisten liegt meine persönliche Schätzung bei mindestens 80% korrekter regionaler Zuordnung. Wenn Surfer einen Google-Account haben, eingeloggt sind und Google korrekte Adressinfos gegeben haben, ist die Zahl wahrscheinlich höher. Es lohnt sich auf jeden Fall, dieses Potential zu nutzen, wenn man ein regionales Geschäft betreibt.

In jedem Fall ist es aber wichtig, dass man parallel zur regional ausgerichteten Kampagne noch eine weitere Kampagne zum selben Thema fährt. Dabei sollten alle relevanten Keywords als Kombination mit einem regional relevanten Wort (z. B. Städtenamen) aufgeführt werden. Das hat zwei Vorteile:

  • nicht oder falsch regional zugeordnete Surfer, die das Regionalwort verwenden, bekommen die Anzeige zu sehen
  • korrekt zugeordnete Surfer aus anderen Regionen, die über die Suchanfrage ein Interesse an der Zielregion zeigen, sehen die Anzeige auch

Ich schreibe diesen Artikel, weil ich immer wieder in übernommenen Kunden-Accounts sehe, dass dieser Weg nicht gegangen wird.

Google selbst ist sich der Korrektheit seiner Regionaldaten nicht so sicher (wie es nach außen wirkt) und empfiehlt deshalb das beschriebene Vorgehen auf seiner Adwords-Academy.
Auch auf den Hilfeseiten von Adwords ist dieses Thema angesprochen – allerdings nicht ganz einfach zu finden: Der letzte Satz im Artikel zu Ausrichtung auf Regionen und Städte.

Welche Hotel Werbung bekommt nun ein bei Google mit richtiger Adresse eingeloggter Münchner, der in Hamburg surft – aber über einen Provider der von Google korrekt in Bremen lokalisiert wird – und auf Google.com mit französischer Benutzeroberfläche nach “Hotel Berlin” sucht? ;-))

Hier ging es nur um die regionale Ausrichtung von Kampagnen. Ein ganz anderes Thema aus diesem Bereich sind die lokalen Anzeigen. Dazu bei nächster Gelegenheit etwas mehr ;-)

Der SEM-Frank


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Der Artikel " Regional Targeting bei Google Adwords " enthält 847 Wörter.

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Am 23.02.08, 13:18 in Google SEM
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von Deinem Blog aus "verewigen".
· Gelesen: 15838 · heute: 2


2 Kommentare zu "Regional Targeting bei Google Adwords"

  • Mindestens 80% korrekt zugewiesene Anzeigen nach Region sind meiner Meinung nach schon ein sehr guter Wert.

    Persönlich nutze ich auch öfters die Funktion, um für Kunden regional Waren zu verkaufen… dies hat bisher immer sehr gut funktioniert.

  • Hallo,

    ist der Artikel so noch aktuell? Weil er super ausführlich ist und genau das, was ich meinem Kunden gerne weiterleiten würde…

    lieben Dank
    Birgit


Deine Ideen zum Artikel: Regional Targeting bei Google Adwords

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